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HYPNOSE IST IN: Immer wieder versetzen Ärzte Ihre Patienten in Trance
Seit Jahrtausenden sind Suggestionen und Trance-Rituale wichtige Bestandteile von Heilungsprozessen. Die medizinische Hypnose, die im 18. Jahrhundert entwickelt wurde, beruht auf Absenken des Bewusstseins und Hineinführen in einen veränderten Bewusstseinszustand, in dem der Schmerz ausgeschaltet werden kann. Die moderne Hypnose sieht den Patienten als Kooperationspartner und aktiven Gestalter seiner Trance-Prozesse. Es geht nicht darum, den Patienten zu manipulieren, sondern ihm Möglichkeiten zu eröffnen, verborgene Fähigkeiten zu nutzen. Der Patient erfährt in Trance, dass er über innere Ressourcen verfügt, von denen er vorher nichts wusste. …

Tiefgang
Hypnose ist kein Hokuspokus. Sie ist eine alte Heilmethode, die auf das Weggetretensein aufbaut – auf Trance. Ein Zustand, in den sich viele Menschen selbst versetzen, ohne es eigentlich zu merken: Beim Lesen eines spannenden Buches oder bei monotonen Tätigkeiten wie Bügeln, Joggen und Autofahren. Und oft sitzen wir einfach nur da und „schauen ins Narrenkastl“ und kriegen nichts mit, was rundum uns geschieht. „Hypnose ist der Mechanismus, um jemanden vom Wachbewusstsein in Trance zu bringen. Trance ist ein Zustand, in dem sich die Konzentration von außen nach innen richtet und Suggestionen besonders gut aufgenommen und umgesetzt werden können“, sagt Allan Krupka, Zahnarzt in Wien… In Trance fokussiert sich die Aufmerksamkeit auf eine bestimmte Sache und die Umgebung tritt in den Hintergrund. Dabei wird das Unterbewusstein des Patienten angesprochen und positiv beeinflusst. „Das, was helfen soll, wird vom Arzt formuliert und vom Unbewussten aufgenommen.“ so Krupka. Damit können körperliche oder seelische Probleme gelöst und Selbstheilungskräfte aktiviert werden.

Vielseitig
Hypnose ist vielseitig einsetzbar und wird in der Zahnmedizin, Geburtshilfe oder Psychotherapie ebenso angewendet wie bei Schmerz- oder Angstbehandlungen, psychosomatischen Beschwerden, zur Raucherentwöhnung oder Gewichtsreduktion. In Österreich gibt es derzeit mehr als 600 Ärzte aller Fachrichtungen mit zusätzlicher Ausbildung in medizinischer Hypnose. Tendenz steigend…
Jede Hypnosesitzung beginnt mit einem ausführlichen Gespräch. Eine einheitliche Methode gibt es nicht, jede Behandlung wird individuell auf den Patienten abgestimmt: Denn: Was der eine gerne hört, will ein anderer nicht wissen…

Eigenständig
Ziel der medizinischen Hypnose sollte sein, den Patienten nach einigen Sitzungen als autark zu entlassen. Ab da an kann er sich selbst helfen. Auch bei schlechten Gewohnheiten. Behandelte können den Griff zur Zigarette oder den nächtlichen Marsch zum Kühlschrank durch geänderte Verhaltensmuster verhindern.

Kinder
Auch Kinder können mit Hypnose behandelt werden . Bei ihnen ist das positive Formulieren besonders wichtig. … Der Mensch denkt in Bildern – und Kinder ganz besonders. Deshalb ist es falsch, einem Kind im Krankenhaus zu sagen, dass es keine Angst zu haben braucht und dass es nicht weh tun wird. Das Kind hört nur Angst, Furcht, Wehtun und ist völlig verzweifelt. Krupka: „Wenn ich aber sage: ’du wirst sehen, es wird viel schneller gehen als du denkst, dein Papa ist bei dir und begleitet dich', schaut die Welt ganz anders aus." Ebenso verhält es sich oft bei vermeintlichem Ungehorsam. Die Mutter sagt dem Kind, es solle nicht in die Pfütze steigen. Prompt platscht das Kind rein, weil es die Verneinung nicht hört, sondern nur Pfütze. „Lauf nicht über die Straße“, ist praktisch eine unbewusste Aufforderung für das kleine Kind, über die Straße zu laufen. Es versteht das noch nicht. Eltern sollten solche Sätze nicht verwenden. “Statt zu dem Kind zu sagen, was es nicht tun soll, ist es besser, ihm zu sagen, was es tun soll“, so Krupka. „Bleib am Gehsteigrand stehen, warte bis ich bei dir bin, um mit dir rüber-zugehen. Steig’ über die Pfütze oder geh’ außen vorbei.“

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